| Meine Vorfahren (von Gerrit Schippers) Seit einigen Jahren forsche ich nach meinen Vorfahren, die überwiegend in Piccardie, Alte Piccardie, Neue Piccardie, Osterwald und Veldhausen geboren sind. Sowohl diese Gemeinden als auch Veldhausen bildeten das Kirchspiel (Parochie) Veldhausen. In der abgebildeten Kirche in Veldhausen haben sie geheiratet und ihre Kinder taufen lassen. Bei Beerdigungen wurden hier die Trauergottesdienste gehalten. Sonntags nahmen sie trotz weiter und schlechter Wege regelmäßig an den Gottesdiensten teil. 1862 bekam Neue Piccardie den Namen Georgsdorf, genannt nach dem blinden König Georg dem V. von Hannover. Vier Jahre später konnte der Bau einer eigenen Kirche verwirklicht werden. Seitdem brauchten die Georgsdorfer den beschwerlichen Weg zum Kirchgang nach Veldhausen nicht mehr zurücklegen. Berent Schiphouwer wurde in Scheerhorn geboren. Diese Landgemeinde grenzt unmittelbar an Georgsdorf. Berent hat sich zusammen mit seinem Sohn Lukas in Neue Piccardie (jetzt Georgsdorf) als einer der ersten Moor-Colonisten angesiedelt. Im Hochmoor bauten die Siedler ihre Hütten aus Torfsoden, die mit Heideplaggen abgedeckt wurden. Es ist kaum vorstellbar in welcher Armut diese Menschen gelebt haben. Der Name Schiphouwer wurde später Schippers. Hindrik Mos (ein Nachkomme von Jan Mos) war der erste Siedler in Neue Piccardie (jetzt Georgsdorf). Jan Schroven hat Nachkommen in der Kamps, Schippers, Kleine Deters und Ramaker Linie. Lukas Spork war Pastor in Veldhausen und hat Nachkommen in der Hagedorn-Jonker Familie Swenna Harger aus Holland/MI (ebenfalls in der Schiphouwer Linie) und Frank Laurens aus Zoetermeer in den Niederlanden (dessen Frau Judith´s Vorfahren sind Kleine Deters und Mos) sowie John Simmons aus Florida/ USA (dessen Frau ist eine geborene Ramaker) haben mir bei meiner Forschung wertvolle Hilfe geleistet. Ausserdem habe ich von Friedrich Geerds aus Neuenhaus viele Daten über die Jonker´s Linie erhalten. Ich danke allen recht herzlich für ihre Mithilfe. Wann ist Georgsdorf entstanden? Für die Siedlungen im Norden der Grafschaft Bentheim werden folgende Gründungsjahre angegeben: Wietmarschen 1154 (1152), Alte Piccardie 1663, Adorf 1775 - 1782, Georgsdorf ehemals Neue Piccardie) 1775 - 1782 (Heimatkunde S.205, 187, 193). Diese Zahlen sind dem älteren Schrifttum sowie Aufzeichnungen im Osnabrücker Staatsarchiv entnommen. Im Archiv des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt befinden sich Akten, die nähere Ausführungen über die genannten Gründungen enthalten. (Schloß Burgsteinfurt, IX Rep. V.) Danach sollten die Georgsdorfer die ersten zehn Jahre, vom Niederlassungstermin an gerechnet, von allen Abgaben frei sein, vom 10. - 20. Jahre jedoch eine jährliche Pacht von 10 zahlen und vom 20. - 30. Jahre 12 Reichstaler. Am 19. Juli 1768 vernahm nun der Rentmeister Isenbart auf einem Kammertage in Neuenhaus die Siedler aus dem Moor eidlich und legte ihnen die Frage vor, wie lange sie schon auf der Neuen Piccardie, also in Georgsdorf, saßen. Nach dem damals aufgenommenen Protokoll hatten sich in der Neuen Piccardie (Georgsdorf) niedergelassen: Gerd Moß Weihnachten 1725, Henrich Walkotte 1728, Claus Jakobs 1733, Lucas Schiphauer 1733, Henrich Schulte 1735, Henrich Berends 1737, Gerd Juncker, auch Hagedorn genannt, 1737, Jan Egberts, vormals Herm, 1738, Harm Ede 1742, Henrich Albers 1742, Gerd Kuhl 1745, Jan Moß 1746, Harm Schuir, vorhin Herm Rademaker, auch junge Kuhl (Konsensbrief vom 8.3. 1745) 1746, Berend Berendsen 1747, Evert Alfering 1747 (bezog seine Hütte zur Zeit des Nordhorner Marktes), Jakob Albers 1748, Jan Rademaker 1750. Am 28.10. 1763 erhielt Hindrik Rademaker, bisher wohnhaft in Arends Heuerhause auf der Alten Piccardie, die Erlaubnis zur Niederlassung auf der Neuen Piccardie, und am 30.4. 1771 hörte die Aebtissin von Wietmarschen, daß weitere drei Häuser auf der Neuen Piccardie entstehen sollten. Wir vernehmen später von dem Kanzleidirektor Funck (15.3.1789), daß sie tatsächlich auch entstanden sind. Wir erfahren also aus den Akten im Fürstlichen Archiv die Gründungszeit von 21 Georgsdorfer Höfen. Vielleicht mag sich der eine oder andere Siedler um ein Jahr geirrt haben, wir müssen aber annehmen, daß ihre unter Eid gemachten Angaben vom 19. Juli 1768 richtig sind. Dann wäre aber Georgsdorf älter als die bisherigen Angaben in der Literatur vermuten lassen. Die Besiedelung des Moores geschah auch nach und nach und meist ohne Erlaubnis der landesherrlichen Regierung und des Grundbesitzers, denn einen Konsensbrief konnten am 19.7.1768 nur die wenigsten vorzeigen. Manche Georgsdorfer Höfe hatten schon vor einiger Zeit ihr zweihundertfünfzigjähriges Bestehen feiern können, einigen steht dies Fest noch bevor. Gerrit Schippers Dahlienweg 28 49828 Neuenhaus |
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